Herkunft und Geschichte der Siamkatzen

Thai- und Siamkatzen haben einen gemeinsamen Ursprung. Mit den Perserkatzen gehören die Siamkatzen dabei zu den ältesten Katzenrassen überhaupt. Die Siamkatze besticht zum einen durch ihr außergewöhnliches Äußere aber eben auch durch ihren Charakter. Ihre Vorfahren stammen aus dem südostasiatischen Raum. Wie genau sich diese Katzenrasse entwickelte ist nicht bekannt, möglich wäre eine Vermischung freilebender Wildkatzen mit bereits domestizierten Katzen aber natürlich auch Einflüsse von Außerhalb. Eine Hypothese wurde aufgestellt, danach sollen Katzen aus dem Mittelmeerraum mit arabischen und indischen Seefahrern nach Südostasien gelangt sein. Dort habe sich die mitgebrachte Mittelmeerkatze mit der südostasiatischen Vorgängerkatze vermischt.

Die Geschichte der Siamkatze beginnt dabei im früheren Siam, heute Thailand. Sie ist nicht die einzige Katze, die hier ihren Ursprung hat, auch die Burma-Katze stammte aus diesem Landstrich.

Wer die edle Siamkatze, der gerne auch viel Nobles nachgesagt wird, kennt, wird es nicht verwunderlich finden, dass die Haltung von Simesen im früheren Thailand dem Königshaus vorbehalten war und sie dazu noch als Tempelwächter galt. Wann genau die erste Siamkatze in einem Haus einzog ist nicht bekannt, das älteste Dokument über sie ist das Buch der Hofmaler aus dem 14. Jahrhundert. In diesem werden zwei Typen von Katzen beschrieben, die die heutige Thaikatze bzw. Burmakatze entsprechen.

Lange war der Handel mit Siamesen verboten. Die ersten Siamkatzen kamen dann in den 1870er Jahren nach England und den USA. Allerdings starben sie dort schnell wieder aus, zum einen wegen der fehlenden klimatischen Anpassung aber auch wegen falscher Haltung. Im Jahr 1871 wurde eine solche Siamkatze auch im Londoner Crystal Palace ausgesetellt, was großes Aufsehen erregte.

Erst etwas später hatte die Verbringung dieser Katzenrasse nach Europa mehr Erfolg. Der siamesische König Chulalongkorn (auch bekannt als Rama V., der Große, geboren 1853, König von Siam seit 1868, gestorben 1910, unter ihm kam es zu einer Verbesserung der Beziehungen zum Ausland) schenkte im Jahr 1884 dem britischen Generalkonsul Sir Edward Blencowe Gould ein Paar dieser Katzen. Dem europäischen Publikum wurde er auch bekannt, da er der junge Prinz ist, der im Film <em>Anna und der König</em>, von der englischen Witwe und Lehrerin Anna Leonowens erzogen wird und der in diesem Film auch die Geschichte von Anna und dem König, seinem Vater erzählt.

Das Geschenk des siamesischen Königs, das Siamkatzenpärchen Pho und Mia wurden dann zum ersten Zuchtpaar in England. Nach iher Ankunft werden Siamkatzen dann auch endgültig in das Zuchtprogramm aufgenommen, es werden weitere Siamkatzen nach England gebracht. Im Jahr 1885 kommt es zu einer Katzenausstellung im Londoner Crystal Palace, hier sind auch die ersten Nachkommen von Pho und Mia zu sehen.

Zwar ist das Geschenk des Königs der Beginn der Zucht, aber in den ersten Jahrzehnten danach können nur wenige Siamkatzen gezüchtet werden. Wahrscheinlich entstehen auch durch Inzucht in dieser Zeit die heute noch vorhandenen Gendefekte. Katzen dieser Art kommen immer noch als Direktimport aus Siam, bis in die 1930er Jahre. Sie werden aber auch in europäischen Zoos als Attraktion gehalten. In dieser Zeit werden auch zwei verschiedene Typen von Siamkatzen unterschieden: Die Siam-Königskatze und die Tempelkatze. Die beiden Arten unterscheiden sich in Körberbau und Körperfarbe ebenso wie in ihrer Schwanzlänge.

Die für sie neue Welt eroberten sie schnell, schon 1892 gab es in Großbritannien einen Rassestandard für die <em>Royal Cat of Siam</em> (Königskatze aus Siam). 1901 wird der <em>Siamese Cat Club</em> in England gegründet. Allerdings waren dies nicht die modernen Siamkatzen, sondern die vom alten Typ, die heute auch als Thaikatzen bezeichnet werden. Züchter gibt es nicht nur in England sondern auch in Frankreich und den USA. In Deutschland folgt ihre Zucht erst später, im Jahr 1927 sind die ersten beiden eingetragenen Züchter bekannt.

Die Aufsplitterung der Rasse in moderne Siam und traditionelle Siam (Thai) geschah in den 1960er und 1970er Jahren. Bei den modernen Siamkatzen geht es vor allem um das Äußere und so wurde der Körper immer schlanker gezüchtet, die Beine wurden länger, der Kopf spitzer und die Ohren schräg gestellter. Inzwischen ist man von der in den 1990er Jahren stark verbreiteten Extremzucht, die nur noch die äußerlichen Rassemerkmale in den Vordergrund stellte, abgekommen.

Das Auffallendste an der Siamkatze sind heute ihre blauen Auge und die Färbung ihres Fells, bei denen die sogenannten Points auffallen. Ein dunkles Gesicht und dunkle Pfoten bei hellem Körper gibt diesen Katzen auch ein äußerst edles Aussehen.